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Beitragsbild unbezahlte Arbeit

Ist dir bewusst, wie viel unbezahlte Arbeit du leistest?

"Hast du heute Nachmittag frei?", fragte Anton, als er bei uns Mittagessen war. "Nein, ich habe nicht frei, mein Kleiner ist zuhause", entgegnete ich. Anton stammt aus der Generation Babyboomer. An seinem Gesichtsausdruck konnte ich erkennen, dass er nicht ganz verstand, worauf ich hinaus wollte.

Natürlich wusste ich, wie er die Frage gemeint hatte. Aber auch wenn ich an diesem Nachmittag nicht zurück ins Büro ging, hatte ich nicht frei. Wenn meine Kinder zuhause sind, dann leiste ich unbezahlte Arbeit. Punkt.

In diesem Artikel erfährst du, was alles zur unbezahlten Arbeit gehört sowie 7 Gründe, warum es so wichtig ist, dass du diese sichtbar machst.

Inhalt

Sorgearbeit ist unbezahlte Arbeit

Wenn wir von Arbeit sprechen, dann meinen wir meistens die entlohnte, berufliche Arbeit. Dabei geht oft völlig vergessen, dass ganz viele Menschen – vor allem Frauen – unverzichtbare, unbezahlte Arbeit leisten. Gemeint ist die Sorgearbeit oder sogenannte Care-Arbeit. Das „sich kümmern“ um die Kinder, den Haushalt, um Kranke oder Angehörige. Leider wird diese Arbeit oft nicht als solche wahrgenommen, nicht einmal von Frauen selber.

Manchmal höre ich solche Aussagen wie: „Mein Mann arbeitet 100%. Ich arbeite nicht, ich bin zuhause bei den Kindern“. Dann entgegne ich jeweils: „Du arbeitest auch!! Und zwar unglaublich viel!“


Eltern haben den vermutlich strengsten Job der Welt

Ich wage sogar zu behaupten, dass der Beruf Mutter oder Vater der strengste Job der Welt ist – zumindest mit sehr kleinen Kindern. Nicht selten wuppen Eltern strenge Tage mit 14 Stunden oder mehr und müssen teilweise auch nachts noch aufstehen. Und das 7 Tage die Woche, über mehrere Jahre hinweg. Von den Erwartungen, die Eltern zu erfüllen haben, mal ganz zu schweigen…

Der Stellenbeschrieb für Eltern würde ungefähr so lauten:

CEO eines Familienunternehmens (m/w) 400%

Sie bieten:

  • Fachkenntnisse in Projektmanagement, Teamführung, Pädagogik, Psychologie und Ernährungswissenschaften, sowie Grundkenntnisse in Wirtschaft & Medizin
  • Hohe körperliche und mentale Belastbarkeit, hohe Stressresistenz
  • Stets gepflegtes, verständnisvolles und freundliches Auftreten
  • Arbeitszeiten: 7 Tage die Woche, 24h pro Tag, davon 10h auf Abruf

Wir bieten:

  • Abwechslungsreiche, lehrreiche und anspruchsvolle Arbeit
  • Pausen: Keine
  • Ferien: Keine
  • Wertschätzung: Keine
  • Kündigungsmöglichkeit: Keine
  • Entlöhnung: Keine


Sind wir ehrlich. Wenn Kinder nicht so unglaublich viel Freude ins Leben bringen würden, dann würde wohl niemand diesen Job machen wollen… ;0)


Unbezahlte Arbeit ist unverzichtbar

Kinderbetreuung ist Arbeit. Ja, selbst dann, wenn wir mit den Kids basteln oder auf den Spielplatz gehen. Niemand hat behauptet, dass Arbeit keinen Spass machen darf.

Das alles ist unbezahlte Arbeit

  • Hausarbeit: Kochen, putzen, waschen, aufräumen, reparieren, Gartenarbeit, Wartung von Haus und Auto, usw.
  • Kinderbetreuung: Füttern, Baden, Vorlesen, Spielen, Hausaufgabenhilfe, Beschäftigung, Gesundheitsvorsorge, Bekleiden, Fördern, zum Hobby fahren, usw.
  • Administration: Rechnungen bezahlen, Anmeldungen tätigen, Kommunikation mit Kita, Schule, Arzt, Versicherungen, Bank, usw.
  • Betreuung von Haustieren, Älteren oder Kranken
  • Soziales Engagement: Offenes Ohr für Freund:innen, Schwatz mit betagter Nachbarin, Freunde einladen, usw.
  • Gemeinschaftsarbeit: ehrenamtlichen Tätigkeiten in Schulen, Sportvereinen oder anderen sozialen Organisationen
  • Weiterbildung
  • usw.


Wenn nicht ganz viele Menschen weltweit unbezahlte Arbeit in Milliardenhöhe leisten würden, würde unser ganzes System zusammenbrechen. Und trotzdem wird oft nur die Arbeit als Arbeit gesehen, die etwas produziert oder einen Gewinn abwirft.


Ist Scrollen auf Social Media auch unbezahlte Arbeit?

Für mich ist die Nutzung von Instagram, Facebook und co. ganz klar auch unbezahlte Arbeit ist! Viele Menschen verbringen mehrere Stunden pro Tag auf diesen Plattformen. Und wenn man es genau nimmt, arbeiten sie dann für „Meta Platforms“. Zumindest verdienen Mark Zuckerberg & Co ein paar Milliärdchen, wenn Social-Media-Nutzer fleissig scrollen. Diese selber verdienen aber nichts dabei. Im Gegenteil: sie bezahlen sogar noch drauf, mit ihren Daten, ihrem Selbstbewusstsein, ihrer Lebenszeit und Gesundheit… Vielleicht findest du diesen Gedanken völlig abwegig, ist er aber nicht!


Die nicht erkannte Arbeit: die Denkarbeit

Es gibt aber eine unbezahlte Arbeit, die selbst Frauen oft nicht als Arbeit sehen. Vermutlich taucht sie auch in keiner Statistik auf. Die rein mentale Arbeit. Wenn wir uns tagein tagaus ums Wohlergehen von unseren Familienmitgliedern kümmern, leisten wir ganz viel Organisations- und Gefühlsarbeit.

Organisationsarbeit

Es ist die Denkarbeit, die nötig ist, damit der Alltag reibungslos verläuft und die Aufgaben und Aktivitäten überhaupt ausgeführt werden können.

  • Sehen und sich erinnern, was alles erledigt werden muss
  • Koordination von Aufgaben, Terminen & Aktivitäten der ganzen Familie
  • Planung von Hausarbeit, Einkauf, Menüs, Aktivitäten, Kinderbetreuung, Feiern, Einladungen & Ferien
  • Recherche zu Freizeitaktivitäten, Erziehung, Ernährung, Gesundheit, Geschenken
  • Ständiges Anpassen der Kindergarderobe, altersgerechten Medien und Spielsachen
  • Sicherstellen, dass alle zur richtigen Zeit, mit den richtigen Gegenständen am richtigen Ort sind
  • usw.


Gefühlsarbeit

Die wohl am schwersten zu erkennende Arbeit ist die emotionale Arbeit. Doch auch sie verbraucht im Familienalltag viel Energie.

  • Sich darum kümmern, dass es allen gut geht, Nähe geben
  • Die Bedürfnisse der Familie erkennen
  • Konflikte lösen, Trost bieten, Sorgen anhören, Mitgefühl zeigen
  • Vermittlung von Werten, Stärken von Selbstvertrauen
  • Eigene Gefühle regulieren oder für Familienmitglieder co-regulieren
  • Gute Laune vorspielen auch wenn es einem selbst nicht gut geht
  • usw.


Diese mentale Arbeit führt zu unzähligen Gedankengängen und Entscheidungen. Und weil das alles nur in unserem Gehirn passiert, ist es unsichtbar. Wenn wir Denkarbeit nicht als Arbeit sehen, dann fragen wir uns vermutlich regelmässig:

Warum bin ich so erschöpft, ich hab doch heute gar nichts rechtes gemacht?

Ja, oft sind die einzelnen Punkte der Alltagsorganisation und der Gefühlsarbeit nicht der Rede wert, aber in der Summe ist es ganz schön viel, was da in unseren Köpfen rattert. Und das verursacht mentale Belastung, den sogenannten Mental Load. Den meisten ist dieser Begriff heute geläufig. Und doch ist ihnen oft nicht bewusst, wie viel Zeit und Energie sie wirklich in rein mentale Tätigkeiten investieren.

Mental Load Infowebsite


Warum ist unbezahlte Arbeit oft unsichtbar?

Weil sie als selbstverständlich gilt

Historisch gesehen wurden bestimmte Aufgaben nur von Männern oder nur von Frauen erledigt. Aufgaben im Care-Bereich wurden zum Beispiel meist von Frauen ausgeführt. Diese geschlechterspezifische Zuordnung hat dazu beigetragen, dass diese Arbeit als selbstverständlich betrachtet und erwartet wird.


Weil sie nicht messbar ist

Oft wird Arbeit am Gehalt oder den erzeugten Produkten gemessen. Für Sorgearbeit, mentale Arbeit und Gefühlsarbeit gibt es aber keine Massstäbe. Egal wie viel Arbeit zuhause geleistet wird, es gibt meistens keine direkt sichtbaren Ergebnisse.


Weil wir nicht darüber reden

Oft wird unbezahlte Arbeit als belanglos und nicht der Rede Wert empfunden. Und was nicht spannend genug ist, darüber wird auch nicht gesprochen. Wie also soll der Elternteil, der den ganzen Tag beruflich weg war wissen, was der andere den ganzen Tag zuhause geleistet hat?

Wenn ich meinem Mann nicht sagen würde, dass ich im ganzen Haus abgestaubt habe, würde er es nicht bemerken.


Warum ist es so wichtig, unbezahlte Arbeit sichtbar zu machen?

1. Um unser Arbeitspensum zu erkennen

Oft ist uns nicht bewusst, dass wir ein riesiges Pensum mit bezahlter und unbezahlter Arbeit leisten. 14-Stunden-Arbeitstage sind keine Ausnahme, sondern eher die Normalität. Und auch wenn wir all die Dinge gerne tun, sind wir schnell ausgelaugt, überfordert oder denken, dass wir das nicht alles schaffen können. Die Folgen davon sind chronischer Stress und das Gefühl, nicht gut genug zu sein.

Erst wenn uns bewusst ist, dass wir unglaublich viel leisten, schauen wir uns nicht mehr als Versager:in an, wenn wir dringend benötigte Hilfe anfordern, um uns zu entlasten.


2. Um die Belastung zu reduzieren

Oft arbeiten wir von morgens bis abends durch, praktisch ohne Pause. Wir nehmen uns zu wenig Zeit, um Stress abzubauen, uns zu erholen und uns um unsere Gesundheit zu kümmern. Die Folgen davon sind Erschöpfung, Burnout oder Krankheit.

Erst wenn uns bewusst ist, dass unsere Zeit und unsere Energie limitiert ist, werden wir genug Erholungszeit in unseren Alltag integrieren und langfristig die Arbeitsbelastung senken wollen.


3. Um uns ohne schlechtes Gewissen Zeit für uns zu gönnen

Oft ist uns nicht bewusst, dass wir uns fast rund um die Uhr um andere kümmern, nicht aber um uns selber. Dann kann es passieren, dass unsere Bedürfnisse völlig zu kurz kommen. Die Folge davon ist, dass wir all die Hobbies oder Aktivitäten nicht tun, die uns gut tun würden und mit denen wir aufblühen könnten.

Erst wenn wir verstehen, dass unsere Bedürfnisse und Interessen im Alltag genau so Platz haben dürfen, wie die der anderen Familienmitglieder, dann können wir uns ohne schlechtes Gewissen Auszeiten gönnen und Me-Time nehmen.


4. Um die Aufgaben fair zu verteilen

Oft ist nicht klar ersichtlich, wer zuhause wie viel leistet. Dann kann es sein, dass der eine Elternteil nicht sieht, dass der andere viel mehr macht. Nicht selten führt das zu Streit und Beziehungsproblemen.

Erst wenn beiden klar ist, wer welche Aufgaben erledigt, kann eine faire Arbeitsverteilung gefunden werden. Auch der Mental Load und die Verantwortlichkeiten können so auf beide Partner verteilt werden.


5. Um ein aktives Mitdenken zu fördern

Oft hat nur eine Person in der Familie alle Fäden in der Hand hat. Sie hat den totalen Überblick, weil alle Informationen zu ihr fliessen. Dann hat der Partner gar nicht die Chance, zu wissen, was alles läuft und getan werden muss. Das kann zu Problemen führen, wenn die Person, die sonst alles managt, mal nicht verfügbar ist.

Erst wenn wir sichtbar machen, an was wir alles denken müssen, kann der Partner oder die Partnerin mitdenken und von sich aus aktiv werden, statt nur zu „helfen“, wenn er oder sie darum gebeten wird. Wenn beide auf dem Laufenden sind, können sie jederzeit „übernehmen“, wenn der andere nicht da ist.


6. Um Wertschätzung zu erhalten

Es gibt nichts Frustrierenderes, als den ganzen Tag zu arbeiten und dafür keine Wertschätzung und Entlöhnung zu bekommen. Das kann zu mangelndem Selbstwert und Unzufriedenheit führen, was sich wiederum auf die ganze Familie auswirken kann.

Erst wenn unbezahlte Arbeit sichtbar ist, kann dafür auch Anerkennung entgegengebracht werden.


7. Um unseren Kindern ein gutes Vorbild zu sein

Oft werden Kinder gar nicht in die Hausarbeit einbezogen oder die Hausarbeit wird erst dann erledigt, wenn die Kinder im Bett sind. Dies führt dazu, dass sie nicht die Kompetenz erwerben, zu sehen, was alles getan werden muss. Sie lernen nicht, wie sich Vater und Mutter die Aufgaben teilen. Und sie werden in Zukunft die gleichen Probleme haben, wie wir heute: unfaire Arbeitsverteilung, Stress und Mental Load.

Erst wenn es für ein Kind selbstverständlich ist, dass sich alle in der Familie die Hausarbeit und die Alltagsorganisation teilen, so wird es auch seinen Beitrag leisten. Es wird lernen, dass dies ein ganz normaler Bestandteil vom Alltag ist, für den genug Zeit eingerechnet werden muss. So wird es das Kind später leichter haben, Beruf und Familie zu vereinbaren.


Mach unbezahlte Arbeit sichtbar!

Jetzt weisst du, warum es so wichtig ist, unbezahlte Arbeit sichtbar zu machen. Wie du das konkret umsetzen kannst, erkläre ich dir gerne in meinem neuen Kurs:

Kurs Familienalltag einfach organisiert

Über mich

Hallo, ich bin Janine

Professional Organizer, Lösungsfinderin & (Mut)Macherin
Ich gebe berufstätigen Eltern Tipps, wie sie den Familienalltag leichter gestalten und mehr Zeit für die eigenen Bedürfnisse gewinnen können.

Seit 2016 bilde ich mich zu den Themen Minimalismus, Ordnung, Alltagsorganisation, Zeitmanagement, Stress, Mental Load, Digital Detox und Selbstfürsorge weiter.
Ich habe selber erlebt, wie schwierig es ist, Haushalt, Job und Kids unter einen Hut zu bringen, ohne dabei auszubrennen. Erfahre mehr über mich.

Wenn du Fragen oder Kommentare zum Artikel hast, dann schreib mir einfach eine Nachricht. Ich freu mich drauf! :0)

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