Viele nehmen sich jedes Jahr vor, die Adventszeit gelassener zu erleben und sich nicht von der ganzen Hektik anstecken zu lassen. Doch leichter gesagt als getan: Auch wenn wir es uns vornehmen, gibt es jedes Jahr viel zu erledigen – besonders, wenn man die Weihnachtszeit traditionell verbringt.
Auch in unserer Familie geht’s traditionell zu: Es gibt Geschenke und Weihnachtskarten, der Duft von selbst gebackenen Grittibänzen und Guetzli liegt in der Luft, und wir besuchen Samichlausumzug und Weihnachtskonzerte. Auch wir haben also viel zu organisieren und zu erledigen – und trotzdem kennen wir keinen Weihnachtsstress. Denn wir haben einen Weg gefunden, wie wir die Adventszeit bewusst und entspannt gestalten.
Genau dieses Rezept möchte ich mit dir teilen, damit du den Dezember besser geniessen kannst.
7 Zutaten für eine entspanntere Adventszeit
Zutat 1: Früh anfangen
Das A und O einer entspannten Adventszeit ist es, rechtzeitig mit der Planung zu beginnen. Wer erst eine Woche vor Weihnachten Geschenke besorgt, gerät fast zwangsläufig in Zeitnot.
Ich notiere mir Geschenkideen oft schon übers Jahr hinweg. Den offiziellen Startschuss für die Weihnachtsplanung unserer Familie haben wir vor ein paar Jahren fix gesetzt: Immer am 1. November. Das ist für uns der perfekte Starttag, denn wegen Allerheiligen haben wir jeweils frei und es bleiben noch genügend Wochen bis Weihnachten.
Viele Dinge lassen sich bereits im November erledigen: Geschenke besorgen, Karten vorbereiten, erste Einkäufe machen. Gleichzeitig brauchen wir oft eine gewisse Vorlaufzeit, bis wir vom Denken ins Handeln kommen. Ein Geschenk ist schnell online bestellt – aber die Idee dafür zu finden, kostet meist viel mehr Zeit. Je früher wir also mit der Weihnachtsplanung beginnen, desto mehr Raum bleibt im Dezember für Genuss und Familienzeit.
Zutat 2: Teamwork
Weihnachten zu organisieren, ist so viel mehr, als nur einen Baum zu schmücken und etwas Feines zu kochen (es sei denn, man mag es sehr minimalistisch 😄). Es sind unzählige kleine und grosse Aufgaben – vom Batterienkauf für die LED-Kerzli bis hin zur Wahl des passenden Weins für das Festmenü.
Das Erledigen dieser Aufgaben – also kochen, backen, einkaufen, einpacken – ist die eine Seite. Die dazugehörende Denkarbeit ist aber oft grösser: Nichts darf vergessen werden, es müssen Ideen gesammelt und viele Entscheidungen getroffen werden. Wenn all das nur an einer Person hängt, ist der Overload vorprogrammiert.
Darum teilen wir in unserer Familie nicht nur die Aufgaben, sondern auch die Denkarbeit und Verantwortung. Weihnachtsorganisation ist Teamsache – und genau das macht es entspannter für alle.
Zutat 3: Traditionen hinterfragen & Prioritäten setzen
Dieser Punkt hat einen enormen Einfluss darauf, wie wir die Adventszeit und die Feiertage erleben. Denn vieles machen wir nur, „weil man es schon immer so gemacht hat“. Zum Beispiel jedem Verwandten etwas zu schenken oder für jedes Kind einen Geschenkli-Adventskalender zu basteln.
Aber wir können uns immer wieder fragen: „Was ist uns wirklich wichtig?“
Wenn wir das klären, können wir bewusst anpassen. Vielleicht ersetzt dann Wichteln die grosse Schenkerei. Vielleicht nutzen wir dann Fertigteig oder kaufen Guetzli am Weihnachtsmarkt statt stundenlang zu backen. Oder vielleicht wird dann aus dem festlichen Dinner ein gemütlicher Brunch im Pyjama – so wie bei einer Freundin von mir.
Es gibt kein richtig oder falsch. Wichtig ist, dass die Weihnachtszeit zu uns passt – auch wenn das bedeutet, Traditionen zu verändern oder loszulassen. Bei uns heisst das zum Beispiel, dass wir in den Weihnachtsferien bewusst kein Programm haben – also keine Verwandtenbesuche oder Skifahren – weil wir einfach zur Ruhe kommen möchten, nach dieser intensiven Zeit.
Zutat 4: Perfektionismus loslassen
Sind wir ehrlich, oft machen wir uns den Stress selbst: Übertriebene Deko, Insta-taugliche Guetzli, endlose Suche nach dem perfekten Adventskalender oder Familienoutfit. Doch ist das wirklich der Sinn von Weihnachten?
Ich persönlich hole mir keine Insta-Tipps fürs Outfit und keine Dekoideen auf Pinterest. Wir schmücken mit dem, was wir zuhause haben, und tragen, was im Schrank hängt. Und wenn meine Kinder keine Lust haben, sich festlich zu kleiden, dann lass ich sie ihre Lieblingssachen tragen – auch wenn es der Pulli mit dem Bagger drauf ist.
Genau so entspannt gehen wir mit dem Weihnachtsmenü um. Statt stundenlanges Herumhirnen gibt es immer den gleichen Hauptgang, dazu ein Dessert aus unserem Repertoire.
Und ob das Haus blitzblank geputzt ist, interessiert sowieso niemanden. Am Ende zählt nicht, wie unser Weihnachtsfest nach aussen wirkt, sondern dass wir einen entspannten, gemütlichen Abend zusammen verbringen.
Zutat 5: Zeit bewusst geniessen
Ich erinnere mich noch genau an die kleinen Adventsrituale meiner Kindheit – und genau das möchte ich auch meinen Kindern weitergeben. Deshalb planen wir unsere Herzens-Aktivitäten bewusst ein. Wäre doch schade, wenn sie zwischen all den Erledigungen untergehen würden.
Und oft sind es gar nicht die grossen Unternehmungen, die unvergesslich bleiben, sondern die kleinen Momente, bei denen so ein richtiges Happy-Family-Gefühl aufkommt.
Dabei ist es aber genauso wichtig, nicht nur an die Kinder zu denken, sondern auch an uns selbst. Was tut dir gut, was macht dir Freude? Vielleicht ein Bummel mit Freundinnen über den Weihnachtsmarkt, ein gemütlicher Weihnachtsfilmabend mit dem Partner oder ein wohltuendes Bad mit einer Tasse Punsch.
Wenn wir Dinge tun, die uns Spass machen und uns guttun, sind wir automatisch stressresistenter. Wir gehen entspannter mit den unvermeidlichen Hektik-Momenten um und können die Adventszeit viel gelassener geniessen.
Zutat 6: Puffer & Pausen einbauen
Damit solche spontanen Momente möglich sind, füllen wir nicht jede freie Minute. Unverplante Tage sind für uns Gold wert – da können wir spontan entscheiden, ob wir etwas unternehmen oder einfach gemütlich zuhause bleiben. Puffer-Zeiten sind auch sehr hilfreich, wenn mal etwas länger dauert, als gedacht.
Genauso wichtig wie Aktivitäten sind auch bewusste Pausen: eine Tasse Tee in Ruhe, ein kurzer Spaziergang oder einfach zehn Minuten Füsse hochlegen. Mit kleinen Auszeiten können wir wieder auftanken.
Zutat 7: Hilfsmittel nutzen
Wenn die gesamte Weihnachtsorganisation nur im Kopf abläuft, wächst der Mental Load schnell ins Unermessliche. Deshalb ist es so hilfreich, Kalender, Notizen und To-do-Listen zu nutzen. So behalten wir den Überblick, nichts Wichtiges geht verloren – und der Kopf wird frei.
Eine entspannte Adventszeit entsteht nicht von allein – sie ist das Ergebnis von bewusstem Planen, Loslassen und Prioritäten setzen.
Ein Weihnachtsplaner verringert deinen Mental Load
Damit dir das Umsetzen leichter fällt, habe ich mit ganz viel Liebe einen Weihnachtsplaner gestaltet. Darin findest du praktische To-do-Listen, Checklisten und Vorlagen, die dir helfen, den Überblick zu behalten und Aufgaben fair in der Familie zu verteilen. So wird die Planung klarer, die mentale Last kleiner – und die Adventszeit viel entspannter.




